DETAILINVENTAR ALTSTADTHÄUSER

Die beiden untersuchten Häuser sind Teil der historischen Zeilenbebauung in der Altstadt von Schaffhausen. Es handelt sich um ein älteres Eckhaus, an welches südseitig zur Nebengasse hin ein kleineres Haus angebaut wurde. Der Auftrag wurde erteilt, um den Baubestand besser verstehen und die Rahmenbedingungen für einen geplanten Umbau der Liegenschaft festlegen zu können.

Aufgabe des Detailinventars war es, den Baubestand zu beschreiben und bauhistorisch einzuordnen. Die Arbeiten umfassten eine ausführliche Dokumentation vor Ort, Recherchen zur Bau- und Besitzergeschichte sowie eine Beschreibung der städtebaulichen Situation und des Bau- und Raumgefüges. Neben einem detaillierten Raumbuch wurden auch Baualterspläne angefertigt, um die bauliche Entwicklung darzustellen.

Das Eckhaus in der Altstadt von Schaffhausen dürfte in seinem Kern bis in die Zeit vor dem Stadtbrand von 1372 zurückreichen. Wohl im 15. Jahrhundert wurde das schmale Handwerkerhaus auf der südlichen Parzelle erbaut und füllte so die Lücke zwischen den beiden älteren Nachbarhäusern. Die steinernen Tür- und Fenstergewände, die in der Hauptfassade des Handwerkerhauses erhalten sind, vermitteln ein anschauliches Bild der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Bebauung der Gasse.

Das grössere Eckhaus erfuhr ab der Mitte des 16. bis ins frühe 17. Jahrhundert mindestens zwei grössere Umbauten und Umgestaltungen, die sowohl sein äusseres Erscheinungsbild als auch die innere Raumgliederung bis heute prägen. Ab dieser Zeit befand sich die Liegenschaft im Eigentum der angesehenen Familie Burgauer, der u.a. mehrere Schaffhauser Stadtärzte angehörten. Die grosszügig bemessenen Räume und die qualitätsvolle Ausstattung, die in Form von barocken Stuck- und Felderdecken sowie Wandtäfelungen erhalten geblieben ist, zeugen vom bürgerlichen Wohnkomfort.

Mit der Übernahme des Eckhauses durch einen Metzgermeister setzte eine weitere, rund 200jährige Tradition ein. Während das Erdgeschoss für den Metzgereibetrieb genutzt wurde, befand sich im Obergeschoss eine Gaststube, welche bis heute fortbesteht. Mit der Wandlung des gehobenen Bürgerhauses zu vermietbaren Etagenwohnungen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr das Eckhaus die letzte grössere Transformation. Es ist ein Glücksfall, dass die Liegenschaft in den 1980er Jahren einen Eigentümer fand, der den Fortbestand der beiden Häuser sicherte und deren respektvolle Instandsetzung ermöglichte.

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VERBORGENE SCHÄTZE 2