VERBORGENE SCHÄTZE

Am Gebäudeäusseren ist das hohe Alter des Bauernhauses nicht erkennbar. Umso überraschender ist darum der Blick ins Innere: In der Stube ist noch eine intakte Bohlenbalkendecke erhalten. Ebenso haben mehrere Innenwände mit Bohlenausfachungen die nachfolgenden Umbauten überdauert. Zusammen mit Teilen des Dachwerks legen sie eine Erbauung des Hauses im 16. oder allenfalls frühen 17. Jahrhundert nahe.

Das ehemalige Bauernhaus befindet sich in einer Region, wo sich im kantonalen Vergleich schon früh der Riegelbau durchsetzte. Die reine Holzbauweise (Bohlenständerbau), bei der die Wände durch Ständer mit dazwischen eingespannten Bohlen- oder Kantholzfüllungen gebildet werden, war einst aber auch hier verbreitet. Da die Holzwände bei nachfolgenden Umbauten in der Regel durch Fachwerk und später auch Mauerwerk ersetzt wurden, sind zusammenhängende Gefüge von Bohlenständerbauten heute entsprechend selten anzutreffen.

Eine Besonderheit stellt auch die vollständig erhaltene Bohlenbalkendecke in der Stube dar. Die Bohlenstube im Bauernhaus hatte ihre Blütezeit im 15./16. Jahrhundert und wurde danach durch die holzvertäferte Stube abgelöst. Wie so häufig, wenn Bauinschriften oder Archivalien fehlen, ermöglichen Bau- und Konstruktionsweisen sowie Ausstattungselemente eine ungefähre Datierung des Bestandes.

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